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4. Februar 2012

Noah fand Gnade vor dem HERRN. 1. Mose 6,8

Wir brauchen wieder Noahs. Ich denke weniger an seine moralische Integrität, die ihm das Leben rettete, und nicht an seinen Auftrag, alles Leben vor dem drohenden Sturm in der Arche zu bergen. Ich denke an Noah im Sturm. Unsere Orkane mit menschlichem Antlitz, wir nennen sie niedlich Barbara und Paula, waren ein Säuseln gegen das, was Noah um die Ohren brauste. Die Flut ging nach der zweiten Welle nicht mehr zurück und die Arche wurde weit fort getragen. Totenstille breitete sich aus über dem Wasser – nichts als Wasser – nichts... Noah war sich sicher, dass rettendes Land am Horizont auftauchen würde – absurd. Wir brauchen wieder Noahs mit einer Perspektive jenseits aller Realität.

Die Strahlkraft der politischen Utopie scheint sich von Generation zu Generation zu verdunkeln. Es ist die Zeit des abnehmenden Lichts. So schreibt Eugen Ruge in seinem gleichlautenden Roman. Er beschreibt die Zeit der DDR bis zum Fall der Mauer. Wir brauchen Noahs, die an ihrer Utopie festhalten in einer Welt, da Effizienz und Rendite nicht nur unser Denken, sondern all unsere Entscheidungen und Wertungen beeinflussen. Bemühen wir uns illusionslos jenseits des Mainstreams und machen auf Chancen, Gegenwelten und Oasen aufmerksam. Auf basisdemokratische Bewegungen in demokratischen Staaten, auf vertrauenswürdige Banken im Finanzsystem, auf Bauern, die sich von ihren Feldern zuerst selbst ernähren, machen wir auf das gelingende Leben aufmerksam.

Von: Daniel Schmid Holz

 

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